20. April 2016

Palapper


Wohin man tschüsst und küsst und tschaut:
Palapper, palapper
Also komm, mein Lebewohl,
wir wollen reisen...

 


24.06.2016

Doch, geht !


ICE, Ruheabteil. Gedämpfte Gespräche.

Irgendwo hinter mir schnarcht jemand.

Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, spielen leise auf einem kleinen
Magnetbrett Schach.

Das Mädchen beugt sich zu ihm und singt dabei leise: Du bist besiegt!
Er flüstert etwas zurück, es klingt wie ein Zischen.
Sie schaut ihn ernst an und schüttelt den Kopf.

Da richtet er sich auf und ruft laut und deutlich:

"Doch, geht  ! Man kann auch ohne Dame leben !"

 


 

April 2016

Nachgesang für C.S.


Der Zauberer ist tot!
Er schlief friedlich ein
Da steht noch sein Regenbogen
dort die Kiste Wein.
 

Der Zauberer ist tot!
Doch nicht  die Zauberei.

 


 

 

anuar 2016

Von einfachen Dingen

Ich träume manchmal mitten am Tag,
ich träume meist von einfachen Dingen:
Ein sonniger Bach,
zum Sitzen ein Stein,
Käse und Wein.
 

Ich bau im Traum ein Hüttchen aus Holz,
darin sind nur die einfachen Dinge:
Ein Stuhl, ein Tisch,
Stift und Papier,
Blumen von dir.
 

Alles was laut und nichtig ist,findet mich nicht.
Nur eine Katze schaut herein und mag bei mir sein


Kommst du mich besuchen heut Nacht,
dann teil mit mir die einfachen Dinge
und geh wieder heim
eh die Nacht sich verliert,
sonst wirds kompliziert.
 

Alles was laut und nichtig ist,findet uns nicht.
Nur eine Katze schaut herein und mag bei uns sein.


Da draußen flüstert leise der Wind,
der Wind erzählt von einfachen Dingen,
dann öffnen wir
das Fenster ganz weit
und vergessen die Zeit.


Alles was laut und nichtig ist,findet uns nicht.
Nur eine Katze schaut herein und darf bei uns sein


Ich träume manchmal mitten am Tag,
ich träume meist von einfachen Dingen:
Ein Stuhl, ein Tisch,
Stift und Papier,
Blumen von dir.

 

 


 

 

Sonntag, 21.Juni

 

Zitat Nr. 1

 

"Du hast allen Grund, glücklich zu sein!

Sieh nur: Es gibt Vögele, Pommes rot-weiß und mich"

(Aus den Lebensweisheiten meiner Freundin)

 

_______________________________________________________________

Januar 2015

Neujahrswünsche

 

"Alles Gute, Gesundheit, Glück, Zufriedenheit
für das neue und das nächste
und das übernächste und das über-
-übernächste und das über-über-über-
nächste und das über-über-über-
übernächste und so weiter und .."
So über.

 


 

 

Juli 2014

Zwei kleine bunte Blätter
liefen auf der Straße im Wind um die Wette.
Erst war das eine schneller,
dann wurde es vom anderen überholt.

Nein, nein, das war ganz anders:
Eines setzte sich hin und ließ das andere vor.
Nach zwei, drei Sekunden sprang es auf,
überholte das andere Blatt ,
hielt kurz darauf wieder still.
Ein Heidenspaß war das.
Keine Autos. Freie Bahn.

 


 

März  2014

Spaziergang und was am Rande

Die zwei dunkel gekleideten Leute, die dort in der Ferne nebeneinander am Rande des Weges auf der Wiese standen , und, den Rücken mir zugewandt, zum Hügel aufblickten, die wollte ich später im Vorbeigehen nach der Uhrzeit fragen, aber dann waren es zwei Pferde.
 

 


 

 

 

Oktober

Die Katze

Seht ihr das ?
Wie die Katze übern Rasen
durch den leichten Regen geht.
Die hellen Augen sind nach vorn gerichtet,
ihr Barthaar streift das junge Gras.

 


 



Samstag, 23. März

Der Tag


Der Tag taumelt
von A.. nach B.. über H..
Ohne einen Schimmer
tapst er tapfer ins
Vielleicht.


 

 




Dienstag, 4. Dezember


Deutscher Winter

Pappschnee
Meisenknödel
Sauerkraut

 

 
Montag, 09.Juli

 

Tänzer

Draußen im Garten wogen die Bäume
Der Juli entfesselt die Windwolkenwelt
Vor meinem Fenster winken die Bäume
Biegsame Tänzer der Windwolkenwelt

 

 

 


 

 

Montag, 26. Juni

 

Verlaufsformen

 

es steht und fällt mit dir

du sagst es läge an mir

und gehst seit heut mit ihr

das sitzt.


 

 


 

Dienstag, 12. Juni

 

Die Freiheit des seltsamen Seins


In den Momenten tiefster Not

erblühen im Hinterkopf alte Verstecke,

dort duften die Rosen in dorniger Hecke

Du siehst kleine Echsen auf sonnigen Mauern,

und du wirst wie sie und mit ihnen eins:

Reglose Götzen, verschmolzen im Stein.

Kein Morgen, kein Gestern,

nicht Furcht noch Bedauern.

Dies ist der Ort des seltsamen Seins.

 


 

 

Montag, 23.April

Ohne Koffer

den Zug erwarten
am Bahnsteig stehen
im leichten Mantel
im warmen Wind

 


 

 

Montag, 19.März

Dinge

Der Stapel mit Mutters Tüchern beherbergt
seit Jahren den Schal eines Freundes.
Und dort, im Ordner mit Aufschrift "Steuer" klemmt
zwischen den amtlichen Blättern dein Brief


Unterm Rücksitz im Auto liegt seit Wochen ein Bleistift.
Gelegentlich hört man ihn kullern.
Ich selbst mache Fahrten mit Sinn, Zweck und Nutzen.
Er fährt spazieren, fährt mit, einfach so.

 

Warum sollte man die Dinge entzweien,
den Schal von den Tüchern trennen,
dem Brief seinen Sonderplatz rauben, hier
wo er Poet ist unter Buchhalterseelen ?

 

Den Stift von der Fussmatte heben ?
Ja,ja.Vielleicht.

 


 

 

Dienstag, 27.Dezember 

Komm, komm, komm

 

Komm, komm, komm,
nur ein Stückchen weiter
führt der Weg
hinter einem Stein
sacht nach rechts,
wird ein wenig breiter,
biegt nach linlks
in die Lichtung ein.

Dort, dort, dort
schaukelt bei der Weide
auf dem Fluss
unser altes Floß.
Komm mit mir
steig mit auf, ich schneide
ab das Tau,
und die Fahrt geht los...

 




23.Dezember
 
 
 Weihnachtliches Festmenue

"..und zum Hauptgang:
Alaska-Biber-Junges mit einer Kobe-Rind -Jacobsmuschel -
Füllung im Speckmäntelchen auf Stubenkükenmus
an lauwarmem Kartoffelsalat..."

 

 




31.Oktober
 
Zeitumstellung
 
Der erste Nebeltag.
Die Katzen wollen nicht aus dem Haus.
Es kehrt die gestohlene Stunde zurück,
und eine Atempause.
 
 

08. Juli
 
Regen
 
Regen-, Regen-, Regenschnüre
spinnen sich aus fernen Himmeln
unablässig abwärts in den Fluss.
Sie tupfen auf das Wasser kleine Kreise
wie zum Zeichen ihrer Reise,
ohne Anfang, ohne Schluss.
 

 
 
09.Juni
 
Heiliges Land
 

Zwischen uns ist Niemandsland.
Man darf es nicht besitzen.

 


 

Montag, 21.März


Die eigene Haltung
ist das Gegenteil von Strammstehen
 

 
 
Freitag, 31. Dezember
 
Zeitsee
 
Blanke Zeit,
wie ein gefrorener See,
trägt sie übers Ganze,
hält mich und hält still,
Atemzug für Atemzug,
weiße, stille Zeit.


 
 
Do, 30.Dezember 2010
 
Verehrung

Verehrung ist das hübscheste Verließ, das man für jemanden errichten kann.



 
Sonntag, 12.Dezember.2010
 
Wortgold
 
Wortgold ist selten geworden,man muss lange suchen.
Lauf in die hintersten Kammern deiner verlassnen Gedanken.
Such es im Keller und unbedingt auch unterm Dach;
Ruf nach ihm in der zerfallenen Scheune,
vielleicht auch im Baumhaus in Großmutters Garten...
Suchst du vergebens, bleibt dir nur eins:
Still auf dein Wortgold zu warten.

 


 

Dienstag, 25.Oktober
 
Hm-hm, He-he
 
Zipfelzapfel fährt Zug.
Rote Mütze zipfelt
Weißer Bart zapfelt
"Hm-hm" sagt er leise und wiegt seinen Kopf
Er redet mit sich selbst,
reibt sich die  Nase: "He-he".
Dann wieder:
"Hm-hm", als plagten ihn Zweifel.
Sonst ist es still im Großraumabteil.
"Nächster Halt Horb! Ausstieg in Fahrtrichtung links!"
Tschüss, Zipfelzapfel.

 


 

 
Donnerstag,  02. September 2010
 
Denkst du ...
manchmal zwischen Abwasch und Geschäftsterminen wie es war
als wir uns am Bahnhof trafen, letztes Jahr im Februar ?
Fragst du dich gelegentlich, ob ich noch an dich denken mag
allgemein und ganz speziell an jenen Wintertag
 
An das schlechte Essen in dem fürchterlichen Restaurant
wo ein Schnulzenschlagersänger Schnulzenschlager sang,
was mich überhaupt nicht störte, hab ich dir das je gesagt?
Nein, ich hab´s nicht zugegeben und du hast nicht gefragt
 
Wie auf unserm Weg entlang am Fluss ganz deutlich, wenn auch leis
eine Murmelstimme glucksend sang und als am Rand das Eis
wie geschliffne Klunker an den wintermüden Gräsern hing
überm Wasser funkelnd, als ein Sonnenstrahl sie fing
 
Als wir schweigend auf der Brücke vor uns auf das Wasser sahn
hielt da nicht für einen Augenblick etwas den Atem an ?
Kann es sein, dass du nicht weißt wie tief man in der Zeit versinkt
wenn das Schweigen überläuft bis man drin ertrinkt ?
 
Denkst du
manchmal zwischen Abwasch und Geschäftsterminen wie es war
als wir uns am Bahnhof trafen, letztes Jahr im Februar ?
Fragst du dich gelegentlich, ob ich noch an dich denken mag
allgemein und ganz speziell an jenen Wintertag ?

 


 

 

31.August 2010

An ein fernes Land
 

Ich bitte um das Leben einer Frau
deren Name auf einem Zettel
an meinem Bildschirm klebt.


 

Samstag, 03. Juli 2010

Damen

Auf dem Markt: Sie wippen in durchsichtigem Kleidchen unter zu weiten Hüten beinah vorbei an den Wassermelonen.. Halt, stopp. Jetzt eine Drehung nach rechts, Sonnenbrille zur Nasenspitze schieben, dabei Kopf etwas nach unten neigen..Stummer Blick über die Sonnenbrille auf die Melonen. Mundwinkel nach unten. Brille zurück zur Nasenwurzel schieben. Kinn wieder hoch und: weiter wippen.Keine Melonen heute.

 


 

 Freitag, 28. Mai 2010

 

Im Zug,

(Notizen)

 

Ich steige in den Regionalzug Stralsund - Berlin

„Ist hier noch frei?“

Ich setzte mich ihm gegenüber.Er ist blond. Wilde Locken, jung.

Schläfrig sehe ich kurz vor dem Einnicken , wie er mit einem Messer einen Bleistift spitzt.

Als ich aufwache, zeichnet er..

Behutsam, als wäre es ein Grashalm, hält seine riesige Hand den Bleistift, schräg angelegt aufs Papier, zeichnet winzige Striche , eng aneinander gefügt - und da wächst ein Baum aus dem Nichts.

Knorpelig, gewunden, reich an Blattwerk, tänzelnd und zugleich verwurzelt.

„Schön“ .

„Ja“, sagt er, „Bäume sind schön. Die brauchen wir.“- Schweigen- „Sind ja die Blumen der Erde.“

Dann zeichnet er weiter. Ich lausche dem Geräusch seines Bleistifts chrss-chrss...

In meinem Kopf bilde ich Fragen: Ob er nur Bäume zeichnet ? Ob er mir das kleine Bild verkaufen würde? Etwas hindert mich daran, es auszusprechen.

In Anklam steigt er aus.

 


 

 

Freitag, 14.Mai 2010

 

Verletzt, verloren

 

Die Besitzerin der Ferienwohnung ist von kleiner Gestalt, schwarze Kleidung, schwarze Stiefel „Und das ist das obere Schlafzimmer “ Ich schaue in ihr Gesicht und bin fassungslos: Wie aus dem Nichts sitzt plötzlich auf ihrer Wange eine schwarze Spinne. Sie erschrickt, fegt hastig mit der Hand übers Gesicht.Gekrümmt auf demTeppich liegt die Spinne

Entsetzt , verletzt, verloren: die Spinne und das Gesicht.

 


 

 

Freitag, 07. Mai 2010

 

Wenn man im Zug sitzt
hat man nichts zu tun.
Neben mir schreibt ein Mann auf ein Blatt:

To do, Freitag

 

Auf einem Blatt in meinem Kopf erscheinen Sätze:


Heute zu tun:

1.Schokolade essen, langsam
2.Den Mund halten, wenn ich nichts sagen will
3.Drei Minuten die Augen schließen und nichts müssen

4.Jemanden in den Arm nehmen

 


 

 

 

Samstag, 10.April 2010

 

Schokoladenpapier

Gestern vergeblich nach Reimen gesucht, der Frust hat mich eine Schokolade gekostet. Alles Grübeln umsonst.

Doch heut morgen, kurz nach vier, in der dunklen Frühe kamen auf einmal die Worte .

Sie purzelten über mich her, kullerten wie ein Sack Rüben auf einer hölzernen Schütte so unerwartet zahlreich, mehr als man tragen kann. Schnell zum Schreibtisch, einen Stift und schnell ein Papier, ja,ja,

hier ist eins ! Ich notiere die Verse und lache:
Ich schreibe auf Schokoladenpapier.

 


 

Freitag, 02. April 2010

 

Katze

Die Fenster bleiben ungeputzt und

im Anrufbeantqworter stapeln sich Stimmen.

Alles lässt sich ignorieren um zu Schreiben,

doch niemals diese Katze hier auf meinem Schoß.

 


 

 

Donnerstag, 11.März 2010
 


So viel, so viel
e...
So viele Gesichter, ihre Stimmen und Augen und in  jedem Blick eine eigene Welt.
Schwerer Reichtum ist das bisweilen, ich schleppe sackweise Menschen nachhaus..und so vieles ist noch nicht zuende gedacht und schon wieder wird der Koffer gepackt...schon wieder so viel, so viele...


 

 

Montag, 08.März 2010

 

SchwerMut

Was Gewicht hat, wird fallen:

Die schweren Gedanken,

der schwere Körper

und eines Tages

die Schwerkraft selbst.

 


 

Freitag, 05. März 2010
 

 

Ameise

Im wintermüden Gras

begegnet sie mir in der Sonne

Im Zickzack eilt sie durch´s Vorjahreslaub
am Steinchen geht ´s zügig steil aufwärts,

am Grashalm kopfüber jäh abwärts,

und unter dem Stöckchen schnell weiter...

 


 

Montag, 22. Februar 2010
 

Aufgewacht

Das Herz der Nacht ist weiss!

Elektrisierend ihr leises Rauschen,

im Innersten nur Liebe

- hab ich es Dir so je gesagt ?


 

 

Donnerstag, 04. Februar 2010
 

 

Zeit
Das Meer gehört nicht den Fischen.

Die Fische gehören dem Meer

 


 

 12. Januar 2010

 Leerzeichen
In meinem Kopfkeller führen die Wörter ihr eigenes Leben, hör nur:Im Wiesenschaumkraut baden drei Kronkorken. Der Papiertigerzahn frisst Altpapier. Nur Blubbspinat bleibt dann der  Brillenschlange - die hat immer das Nachsehen..."

Im Kopfkeller tanzen die Wörter .Sie paaren sich unentwegt buchstäblich neu. Das ist, weil hier all Deine Leerzeichen rumstehn.Sie hoffen noch immer auf Sinn. Das macht meine Wörter verrückt...

 

 


 

24. Dezember 2009

 

Weihnachtsimpressionen

 

Teil 1: Gut sein

Kurz vor Heiligabend. Das Einkaufszentrum ist voller Verzweifelter.
Jäger und Gejagte zugleich.
Heute will man doch gut sein. Alle wollen das, selbst der größte Lump.
Auch die kleine Verkäuferin in der Gemüseabteilung. Sie sieht, dass ich meine Hände voll habe, ruft: " Moment!" , eilt eifrig davon , reisst schnell  eine Tüte von der Rolle ab. Mit wehender Schürze fliegt sie zu mir zurück. Jetzt ist sie ein Engel: Meine Petersilie wird mir liebevoll aus der Hand genommen "So, rein damit," sagt sie.  Sie lächelt..  Sie hat sich ihrer selbst entledigt. Wenn man ein Engel ist, fühlt man sich gut und man wird unverletzlich. 

Für eine kleine heile Weile...
 

 

Teil 2: Weihnachtspudding


„Liebe Annett, ich wünsche Dir Alles Gute, Liebe und dass Du Weihnachten mit hoffentlich viel Lametta , oder, falls du Lametta nicht magst, ohne Lametta und dass Du es an Silvester mit all Deinen frohen Lieben oder auch ohne sie, je nachdem - jedenfalls: jede Menge Spaß und von Herzen viel Freude jetzt und im nächsten Jahr und überhaupt wünscht Dir Deine Dich herzlichst grüßende.…blubb."
 


 

 

 

17. Dezember 2009
Gipfeltreffen
 

Zu mir schallt ein Lachen von benachbarten Gipfeln.
Ich seh in der Ferne  die  bunten Gestalten
Sie winken mir zu,  ich winke zurück,

Narren erkennen  Narren.

 

 



Montag, 30. November 2009
 

 

Eingetroffen

 

Die Ziehung der Lottozahlen,

wie immer ohne Gewähr.

Doch auf jeder Kugel die Sieben,

Seltsam, mir ist, als hätt ich`s gewusst.

 


 Montag, 09. November 2009


Ins Ziel

Das Ziel ist nicht das Ziel
es ist nur die Markierung eines Weges
für den man sich entschieden hat.

 


 

Montag, 02. November 2009

 

Schwummeriger Tag

 

Der Tag bleibt im Bett

er steht heut nicht auf.

Also komm, stellt das Telefon aus

Was heute getan wird, bleibt sinnlos.

An Tagen wie diesen wird niemals entschieden.

Man sollte die Läden heut schließen.
zum Schutze der Bürger

zur Rettung der Zeit.

Statt im Kaufhaus ratlos auf Nudelregale zu stieren

bleibt lieber zuhaus, trinkt Kakao oder liebt euch.

Tretet nicht vor die Tür, schließt euch ein.

Wer raus muss, wird sich heut verlieren.
 


 Dienstag, 27.10. 2009

 

Im Friedwald

 

Wir wählen uns einen Baum aus, für "später", was hoffentlich
nicht so bald kommen wird..

Wir stapfen an diesem Regentag zu acht durch den riesigen Wald

Ich fühle mich ein wenig stolz, fast wie damals, als ich,
endlich volljährig, zum ersten Mal zur Wahlurne schritt.
Wahl-Urne?

Bald werde ich meine eigene Beerdigung organisiert haben.

Vorher hätte ich gerne noch meinen eigenen Tod und dazwischen,
bitteschön, ein selbstbestimmtes Leben.

Ja, gut,  das müsste man hinkriegen

 


 


Dienstag, 22.09.2009

 

Stiller Tag

Der Tag trägt einen grauen Mantel.

Gedankenverloren geht er still im Nebel spazieren, lugt nicht

durchs Fenster, sieht nicht das leise Nicken der Sonnenblumen.
Einen Fuß langsam vor den anderen setzend
geht er vor meinem Fenster leise auf und ab.

.

 


Sonntag, 13.09. 2009

 

Schuld

Wir schleudern sie weg. Doch ihre Bahn verläuft elliptisch..

Wenn sie am fernsten scheint, wendet sie um, nimmt Kurs auf uns
trifft uns und  zieht weiter. Wir bleiben mit Tränen und der Einsicht zurück, dass sie stets zurückkehrt wenn sie am fernsten scheint.

 


 

Donnerstag, 03. September

 

Traumgestalten


Vielleicht schläft Gott. Und wir sind sein Traum. 

 

 


 

 

Sonntag, 29.August  2009

 

Gold

Wir lauschen dem Brummgesang eines kleinen Flugzeugs nach.
Die Sonne ist gewandert und findet uns jetzt hier, hinter dem alten Schuppen, wo wir den Pferden beim Grasen zusehen.
Bald wird sie über den waldigen Hang ziehen,  ihr Gold wie Honig

über die Weide gießen und hinter den Tannen versinken. 
Wir einigen uns schweigend: Es wird Herbst.

 

 


Samstag, 28. August 2009
 

Frieden

Mein Wasserkocher tuschelt leis aus der Küche zu mir ins Arbeitszimmer. Hier summt sanft der Rechner, und die Nachmittagssonne wirft ihre Streifen auf meine Tastatur.


 



Donnerstag, 13. August 2009


Los


Auf nichts mehr warten.

Losgehen.

 


 

Mittwoch, 05. August 2009

 

Zehn

Im Friedwald dürfen um einen Baum maximal zehn Urnen in der Erde vergraben werden. Wir sind genau zehn Personen, die sich zum Teil kennen, zum Teil auch nicht.Zehn Menschen, die ihren Angehörigen den üblichen Friedhofszirkus nicht zumuten wollen - oder kinderlos sind

Wir treffen uns im September, hoffentlich vollzählig, um unseren Baum auszusuchen Für mich ist das ein wichtiger Abschnitt.

Ein Gruppenfoto ? Vielleicht.

 

 


 

Donnerstag, 30.Juli 2009

 

Tagesgleichung 

 

Heiter und beiläufig sagte heute jemand: 

“Liebe ist Einverständnis.”

 

 


 

Mittwoch, 22.Juli 2009


Im Straßencafé


Urlaub spielen. Sich auf dem Marktplatz in einen Rattanstuhl setzen

und der Welt seinen dümmlichsten Blick schenken:

Will nix,

weiß nix,

muss nix...

 


 

Sonntag, 05.07. 2009


Dualität

Zwei große Sphinxe ziehen meinen Wagen.

Die eine heißt Ordnung, die andere Wildnis.

Wenn sie sich einig sind, kommen wir voran.

 

 


 

 Dienstag, 30.06.2009

 

Existenz

Was es auch ist, es ist nicht im Kopf.

 


 

 

Dienstag, 09.06.2009

 

Aufwind

 

Zappelnde Blätter überall, an allen Bäumen.

Die Junibläue sieht schon nach Oktoberhimmel aus.

Komm wir lassen Drachen steigen.

Lauf in den Wind, ins Grün, ins Blau!

 


 

 

Montag 08.06.2009
    
"Auf die Plätze ...fertig ..." Lustlos.

 


 

Mittwoch, 3. Juni 2009


Pausenzeichen

 

Mein Ausreisserherz ist heute zahm..
Keine geheimen Klopfzeichen ,

keine Abenteuer,
nur Friede.

 


 

 

Sonntag, 31. Mai 2009

 

Stille Frage


Suchen wir den gleichen Weg

oder kreuzen sich nur unsere Pfade ?

 

 


Donnerstag, 14. Mai 2009

 

Springflut 
       

Unversehens von einer Welle erfasst
hinausgespült in die Weiten des Meeres,
werde ich getaucht und gehoben,

auf und ab ...

Doch im Herzen des Ozeans

erwartet mich

mein innerstes Lied

 

 


 

 

Donnerstag, 7. Mai 2009    
 

Steinseelenlandschaft

 

Das Meer ist fern,

nur Felsen und Steine.
Doch jeder einzelne Stein hier ist echt,
dies zu wissen genügt.

 


 

 

Dienstag, 5. Mai 2009

 

Appell

Weinen und Lachen
sind Kinder derselben Lebendigkeit. 
 

Wärme sie beide.

 

 

 


  

 

Montag, 4. Mai 2009

 

Offene Frage

Falls es einen Plan vom Glück für mich gäbe,

eine Art Drehbuch vielleicht,
stünde darin auch dein Name ?
 


 

 

Freitag, 1. Mai 2009

Einsicht


Wenn der Brunnen versiegt ist,
vergeude nicht deine Zeit. 
Lenke deine Schritte zu dir selbst.  
Geh nachhaus.

 

 


 

 

 Montag, 27. April 2009

 

Geborgen

Auf einer Insel aus Koordinaten,

von Ankunft und Abfahrt, von Orten und Daten

begegnen wir uns mit Behutsamkeit -
sachte und leise - am Fluchtpunkt der Zeit.

 


 

 

Sonntag, 26. April  2009

Kleine Schwester Ungeduld

Ungeduld ist wie eine kleine Schwester: zappelig und tollpatschig. 
Ständig muss man sie hüten damit sie nicht ausbüchst und irgendetwas kaputt macht.

Will versuchen, sie im Zaum zu halten, ehrlich.

 


 

 Samstag, 25. April 2009

  

Bienenmenschen 

Auf dem Marktplatz, heute, bei schönem Frühlingswetter, schwärmen die Menschen wie Bienenvölker aus. Setzen sich dort in die Sonne und da hin an die Tische der Cafés, pressen sich in dichten Trauben an die Stände, tänzeln umeinander herum, Kinderwagen schiebend, Einkaufswagen ziehend.
Hab ihren Stimmen gelauscht, bin darin eingetaucht und verschwand - für einen langen Moment- in ihrem summenenden Klang .

 


 

Montag, 20. April 2009

 

Kondolenz- Notwehrtip Nr 1
Jemandem gerade noch rechtzeitig den Mund zu stopfen, bevor sich mit falschem Lächeln hübsch garnierter Kleisterrotz über einen ergießt,
ist seelische Notwehr - und bewahrt die wohltuende Wirkung aller sonstigen ehrlichen Begegnungen. Hab`s  erfolgreich ausprobiert. 

 


Karfreitag, 10. April 2009

Durchlauferhitzer
Beschämend simpel und zugleich sensationell mein Fazit des Tages:Kraft hat man nicht. Man bekommt sie geliehen, sobald man sie gibt.
Menschen  sind  Durchlauferhitzer:
Erst wenn es strömt wird´s warm.


 


  

Donnerstag, 9. April 2009


Heilige Zeit

 

Mir scheint, im Sterben fließt  die Zeit durch uns hindurch wie
ein Traum aus Bildern
und Gedanken, die allesamt wahr sind,

In diesen großen, wahrhaftigen Tagen erscheint uns vielleicht 

nichts absurder, als die hilflosen Lügen mancher Angehöriger.

 


 

Montag, 6. April 2009

 Spüren

 

Behalte das Ende der Schnur in der Hand.

Ich will Dich nicht umgarnen,

nur dann und wann ganz sacht dran ziehn und spüren: Du bist da.

 

 


 

Samstag, 04. April 2009

 

Mutters Flügel


 

Sehnsucht und Angst ließen uns auf einer Schwelle leben,
Doch im Geheimen haben deine Träume mir Flügel gewoben.

Mutter, sie tragen mich! Schau nur: ich fliege !

 

 


  

Donnerstag, 02. April 2009

  

Winkender Schmerz


 

Bin auf dem Weg zu Dir, im Flickenkleid des Narren.

Den Schmerz nahm ich als Bündel mit,

und hing es an meinen Stecken.

So trag ich den Schmerz nun als Bündel über der Schulter.

Dort wippt und schaukelt es hin und her,

auf jeden Schritt von mir folgt sein Winken:

Unerträglich unentschieden,

ob zur Begrüßung oder zum Abschied.

 

 


Dienstag, 31. März 2009

Sprungrede

"Beständig ist nur die Veränderung.

Also, liebe Anwesende: hopp-hopp und rein in den Fluss !" 

 


 

 

Montag, 30. März 2009

Haus der Gnade

Werde heut einen Besuch abstatten
in einem Haus, wo Sterben erlaubt ist.

Man bleibt bis zum letzten Atemzug.


Ein  wärmender Gedanke !

 

 


 

Montag, 30. März 2009

 

Förmlicher Antrag auf Antrag

Liebe Person Soundso,

falls Sie bereits spüren, was mein Kleinen Finger verrät,
 hätten Sie auch Interesse an meiner Hand ?

 


mfG,

A.


 

 

Samstag, 28. März 2009

 


Begegnung

  

Etwas in mir erkennt Dich
und will Dich nie mehr aus den Augen verlieren.

  

 


 

Donnerstag, 26. März 2009

 

Nullkommanix-Erkenntnis


 

Ist
Alles

nix

ohne
Nix

 

 

 


 


Dienstag, 24. März 2009

Glücks-Lektion 1

 

Schnee, den keiner mehr will,

trudelt herab aus bleiernem  Himmel

wie irrgegangene Post: Die Nachricht kommt scheinbar zu spät.


Doch dann lehrt er mich leis, noch im Fallen,

dass Zeit und Ort nie verkehrt sind.


 


 

Samstag, 21. März 2009

Obhut
 

In aller Frühe gehe ich

über die Brücke stadteinwärts,

noch vor Sonnenaufgang,

unter der silbrigen Sichel.

Über mir schimmerndes Blau.

 


 

Freitag, 20. März 2009
 

Stille Anwesenheit
Und wenn wir es nicht wüssten,

und wenn wir es nicht sagten,

und wenn wir es verneinten:

Der Tod ist immer da.

 

Er winkt mit einer Lilie
uns zu über den See.

So hell wie eine Flamme,

so rein und weiss wie Schnee.

 


 

Freitag, 13. März

 

Die alten Schuhe

Wieder in meine alten Abenteuerer-Schuhe geschlüpft - und raus.

 

 


 

Mittwoch, 11. März 2009

 

Freiheit

Es steht uns frei, zu gehn oder zu bleiben

doch ist die Freiheit alles andre als ein Spiel.

Es fällt nicht leicht, sich dies ins Herz zu schreiben:

"Sei, wer du bist, zeig was du fühlst - und erwarte nicht zuviel.”

 


 Dienstag, 10. März 2009


 

Vor meinem Fenster schleicht der trübe Tag vorbei.

Und kein klarer Gedanke in Sicht.

Aber es gibt ja noch die Nacht.

 

 


 

 

Freitag, 6. März 2009

Schreiben   

Das Schreiben ist eine lebenswichtige Tat wenn einem das Herz überläuft. Es ist eine fürchterliche Aufgabe wenn man sich leer und stumm fühlt, es ist ein Geschenk wenn es einfach geschieht, es ist
eine Leidenschaft, die Leiden lindert, es ist ein Rhythmus und eine Melodie in tauben Zeiten, es ist ein Puls, der nie aufhört zu schlagen,
es ist eine Sehnsucht und zugleich das, was sie stillt.
 Es beweist meine Existenz.

 

  



 Freitag, 6. März 2009

 

Krake


 Ich spürte ihre Anwesenheit, lange bevor ich sie sehen konnte. Die Krake war wieder da, hinter mir, irgendwo in meinem Zimmer. Ich hörte auf zu schreiben, drehte mich auf meinem Bürostuhl um: Seelenruhig, hockte sie in meinem Korbsessel und musterte mich mit kühlem Blick, während ihre Arme lässig mit meinen Bleistiften spielten.

Sie sagte: “Wollte nur sehn, wie´s dir geht”

Ich sagte: “Lass mich in Ruhe"

“Dann hör auf, mich zu rufen”

Dann legte sie die Bleistifte einzeln auf die Kommode zurück, akurat, nach Größe geordnet, und sagte: "Ich habe deine Gängelei satt.

Gerät Deine Welt aus den Fugen, schreist du nach mir. Kaum bin ich da, beschwerst du dich: Du wärst jetzt nicht mehr frei. 
Erbärmlich.

Hast du noch Quark im Kühlschrank?"

Sie ging rüber in die Küche, dort hörte ich sie noch eine Weile schmatzen, dann das leise Klacken der Terrassentür und fort war sie, meine Krake.
 

 
 

 
 
Donnerstag, 19. Februar 2009

 

 

"Flieg!" 

Ich sammle Sehnsüchte in einer Kiste. Die trag ich zum Meer.

Jede einzelne werde ich in den Wind halten wie einen jungen Vogel: “Flieg !” werd ich sagen,  "und sei Du selbst”.

 

 

 

Mittwoch, 18.Februar 2009

 

Eins der schönsten Dinge im Leben: Vorfreude auf einen anderen Menschen. Manchmal kaum auszuhalten  und von Zeit zu Zeit

unbeschreiblich herzrettend. 
 

 


 

Dienstag, 17. Februar 2009


 

Entlegene Kammer

 

An jenem letzten Abend trug ich ihren Blick in die entlegenste Kammer, faltete ihn dort unzählige Male bis nur noch ein kleines 1 cm großes Quadrat übrigblieb. Wie es in meiner Hand lag, erinnerte ich mich an  die kleinen flachen Kaubonbons, die es früher immer für uns Kinder beim Friseur gab: Rot und silbrig mit einer Kirsche drauf.

Ich tastete in der Schublade der kleinen Kommode nach der abgewetz-ten Streichholzschachtel mit dem schief aufgemalten Herzchen. 
Vorsichtig hineingelegt, behutsam in die Schublade.... und leise hinaus. 

 


 

 Freitag, 30. Januar 2009

 

Fenster geputzt, Dämonen bekämpft. Einen Drachen getötet.

Sonst war heut nix.

 


 

 

Mittwoch, 26.Januar 2009


 

„Die Wogen schlagen hoch“, sagst Du, „sie treten über Mauern , spülen weg, was nicht verankert, lassen nichts am Platz, reissen mit was lose...“


Doch wenn das Meer sie zu sich zurück ruft, schau dich um

und erzähle mir, was bleibt.

 

  
 

 
Dienstag, 13.01.2009
 

Es ist nie zu spät für den Moment.

 

 


 

2009

 

Katzen

 

liebe tante eugenia,

dass hier jetzt alles klein geschrieben steht, ist deshalb so,weil
die  katze auf meinem schoß eine ganze hand für sich allein beansprucht.


aber ein finger ist für dich.
 


Der Tag
 

Ein freundlicher Regen
benetzt meine Haut.
Die Luft
ist warm
heut morgen

 

Neben den Wegen,
im saftigen Kraut
blüht rot
und zart
der Mohn
 

Darin leuchten Farben
einer schweigenden Welt,
alles scheint gut dort
und heil,
und vom Großen ein Teil.

 



 

Narziss


Seht mal:
Ich
bin autark.
Ich
bettle nicht mehr, ich
brauche nicht
euer Licht mehr.
 

Jetzt bin ich ein „Habselber“, ich
brauch nicht
euch mehr.
Hab ich
eigene Ich-Beleuchtung

Hab ich am Kragen und
am Hutrand Lichter
gerichtet
auf
mich selber nur
allein
mein Gesicht.
 


 

„Poesie, Rosi, Poesie !“

An einem nebligen Nachmittag fahr ich durch ein Dorf.
Am Ortsende vor den Reihenhäuschen sitzen Schüler und warten gelangweilt auf den Bus.
Da eilt eine kleine runde Frau in Filzpantoffeln aus einem Häuschen zur Haltestelle, bückt sich und greift sich vor den stummen Blicken der Wartenden eine liegengebliebene Rosenblüte aus dem Rinnstein,
dreht sich um und geht ins Haus.

 


 

Weihnachtsmarkt            

 

Leicht benommen blickte ich in die Zuckerwattebude,
berauscht von Glühweinduft und Liebesapfelglanz, als sich
ein Liebkuchenherzchen heimlich vom Bändel löste und sich
gemeinsam mit einer Schokobanane anschickte, das weiße
Karussellpferdchen zu stehlen.

Eine der Maroni gab mit einem leisen, kurzen Pfiff aus der
glühenden Pfanne das Zeichen: Sogleich stob das Pferdchen,
sich jäh aufbäumend mit freudigem Wiehern unter dem grellen Kichern und Kreischen der kandierten Früchtchen mit seinen Befreiern davon.

Zwei durchgebrannte Mandeln jagten johlend vor Begeisterung hinterher, dann wurde alles still.
Das Karussel stand  reglos, wie erstarrt.
Das erste was ich hörte war die Stimme eines Mannes hinter mir:
"Hei - land - zack".